Rezepte

Böhmische Knödel

Knödel als Beilage
Knödel sind eine der beliebtesten Beilagen der tschechischen Küche. Sie sind jedoch auch für die österreichische und bayrische Küche typisch, in Form von Nocken gibt es sie auch in der italienischen, ungarischen und slowenischen Küche, auch die slowakischen Halušky ähneln den Nocken sehr. 
Früher wurden Knödel nicht nur als Beilage, sondern (insbesondere in ärmeren Regionen) als Hauptspeise serviert. Auf diese Weise entstanden zum Beispiel die südböhmischen „Drbáky“, die böhmerwälder „Bosáky“ oder die walachischen „Šulánky“ mit Mohn.
Heute werden sie eher als Beweis dafür gesehen, dass die böhmische Küche zu kalorienreich und ungesund ist. Ernährungsexperten kritisieren dabei nicht unbedingt die Kalorienzahl, sondern eher dass weißes Mehl benutzt wird. Und genauso wie für alle anderen Speisen betonen sie die Ausgewogenheit und angepasste Portionsgröße. Falls Sie also nicht Ihren gesamten Teller mit Knödeln bedecken und sie nicht täglich mit einer ordentlichen Portion Sauce essen werden, gibt es keinen Grund zu Sorge. 

Wildschwein in Hagebuttensauce

Altböhmische Pilz-Graupen „Kuba“

An Weihnachten gibt es immer reichlich viel Essen. Dabei haben unsere Vorfahren an Heiligabend gefastet: über den Tag aßen sie nichts und abends gönnten sie sich nur vegetarische Gerichte und Fisch. Dafür bemühten sie sich um neun Gänge – selbst in ärmeren Familien, wo man auch Äpfel, getrocknetes Obst oder Nüsse als eigenständigen Gang zählte. Während der panierte Karpfen eher ein modernes Gericht ist, gehen der böhmische Weihnachtsstollen und der „Kuba“ auf sehr alte Traditionen zurück. 
Graupen waren früher ein gängiger Bestandteil der Verpflegung. Heute wurden sie durch Reis ersetzt und Graupen werden meist nur noch an Heiligabend im traditionellen „Kuba“ gegessen. Oft  noch nicht einmal dann…Schade, denn Graupen sind gesund und lecker und einen „Kuba“ kann man auch im Laufe des Jahres kochen, auch mit frischen Pilzen. Da es sich um eine vegetarische Speise handelt, können Sie Pilz-Graupen auch an Heiligabend zu Mittag essen, ohne Angst haben zu müssen, dass Sie abends das goldene Schweinchen nicht sehen. 

Osterfüllsel

Die Osterfeiertage werden generell mit einer ganzen Reihe von typischen Gerichten in Verbindung gebracht: an Aschermittwoch (im Tschechischen auch als „hässlicher Mittwoch“ bezeichnet) Kaiserschmarren (weil das Essen hässlich und misslungen aussehen sollte). Am Gründonnerstag etwas Grünes (deshalb wurde viel mit Petersilie, Spinat oder jungen Brennnesseln gekocht). Am Karfreitag, dem Fastentag, Fisch oder dicke Suppen, am Karsamstag Osterfüllsel und böhmische Heißwecke. Der Weiße Sonntag war der Höhepunkt der Osterfeiertage und neben Buchteln, Heißwecken, dem Hefeteiggebäck „Judas“ und Linsen durften Brühe und gebackenes Fleisch auf dem Tisch nicht fehlen. Und selbstverständlich das traditionelle tschechische Osterlamm, da sich die meisten Familien kein Lammfleisch leisten konnten und es mit dem süßen Lamm ersetzten. An Ostermontag wurden dann hauptsächlich Speisen aus Eiern gegessen, weil das Ei ein Symbol für die Wiederauferstehung ist. Und man backte eine weitere Runde Osterfüllsel. 
Das Osterfüllsel wird je nach Region anders genannt und zubereitet. Ein gemeinsamer Nenner sind jedoch die Frühlingskräuter (junge Brennnesseln, Petersilie, Schnittlauch, Spinat oder Gundermann). Traditionell wurde es gleich mit drei Fleischsorten gebacken, mit Schweine-, Hammel-, Hasen-, Lamm-, Ziegen- oder Kalbsfleisch. Mancherorts wurden die Eingeweide mit verarbeitet, woanders wurde gar kein Fleisch genutzt, sondern beispielsweise Pilze. Die klassische Version wird mit Räucherfleisch und jungen Kräutern gebacken, so wie in unserem Rezept. 

Gebratener Karpfen mit Kartoffelsalat

Während sich manch einer für Pilz-Graupen zu fein ist, ist der gebratene Karpfen mit Kartoffelsalat ein Dauerbrenner und das am weitesten verbreitete Weihnachtsessen bei den Tschechen. Zusammen mit dem Schmücken des Weihnachtsbaumes stellt der Karpfen die wohl am meisten praktizierte Weihnachtstradition hierzulande dar. Dabei sind beide Traditionen relativ jung: genauso wie die geschmückten Tannen sind auch die Karpfen mit Salat erst in der Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Brauch geworden. 
Den gebratenen Karpfen mit Kartoffelsalat fürs Fasten empfiehlt bereits die wohl bekannteste tschechische Köchin Magdalena Dobromila Rettigová in ihrem Kochbuch von 1826 (das bis heute in unzähligen Auflagen immer noch erscheint, zuletzt 2004). Allein für das Abendessen an Heiligabend schlug sie den tschechischen Hausfrauen gleich fünf acht- bis vierzehngängige Menüs vor, in denen sogar Krebse, Aale, Hechte, Muscheln, Frösche und Schnecken vorkamen! Und wie sah ihr Rezept für Kartoffelsalat aus? Kartoffeln, Zwiebeln, Eier, Essig und Öl sind keine Überraschung, die stellen bis heute die Hauptzutaten dar. In ihrem Rezept kommen jedoch auch „verschiedene Reste von Büffets“  vor, also u.a. kalter Kalbsbraten, Schinken, geräucherte Zunge, Kapphahn, Salzhering, Anchovis, Bohnenschoten und Blumenkohl sowie besonders hochwertiges Olivenöl. Die Zutaten für unser Rezept werden Sie etwas leichter besorgen können…

Rinderrostbraten auf Pfifferlingen

Buchteln mit Pflaumenmus und Quark

Tschechien ist unter anderem auch für seine Märchen bekannt und in den klassischen Märchen gibt es einen Honza (Hans), der am liebsten zu Hause auf dem warmen Kachelofen entspannt, während die Mutter für ihn etwas Leckeres kocht. Honzas Lieblingsessen sind die „buchty“ (Buchteln), die er von der Mutter sogar als Proviant für seinen Weg in die große Welt bekommt. Nicht nur der Märchen-Hans, sondern alle Tschechen lieben Buchteln, die nach Pflaumen, Quark und Mohn duften.
 

Hochzeitskolatsche

Mit Hochzeiten werden seit jeher viele Traditionen verbunden – die wohl am weitesten verbreitete bei uns ist das Backen von Hochzeitskolatschen. In den meisten Familien ist sie ein Privileg der Brautmutter, oft treffen sich dabei auch Großmütter und Freundinnen der Braut. Die Braut selber sollte jedoch nicht mithelfen, da man sagt, sie würde später in der Ehe Not leiden und weinerliche Kinder haben. 
Es gibt Kolatsche speziell als Geschenk zur Einladung, als Geschenk zur Verkündung an nicht eingeladene Gäste und als Gastgeschenk nach der Hochzeit. Eine Besonderheit sind Eckkolatsche – einer Tradition zufolge sind es jene, die an der Ecke des Backblechs gebacken werden, laut einer anderen Tradition haben sie die Form eines tschechischen Windbeutels und sind in jeder Ecke mit einer anderen Füllung versehen. Wer solch einen Kolatsch isst, wird innerhalb eines Jahres heiraten. In Mähren wurden winzige Kolatsche, aber auch so riesige gebacken, dass sie von zwei Männern getragen werden mussten. In der Subregion Doudleby wurden sie mehrstöckig serviert, im Chodenland mit einem Strauß aus Rosmarin in der Mitte...
 
Eine Selbstverständlichkeit sind drei Arten von Füllung, der Teig kann Butterteig, Hefeteig oder ein anderer sein. Die Kolatsche können gefüllt sein, mit Streusel, mit zwei Füllungen usw. Das wichtigste ist, mit den Zutaten nicht zu geizen und insbesondere viel Spaß beim Backen zu haben! 

Gebratene Gans

In Tschechien wie in vielen anderen Ländern wird am 11.11. St. Martin auf seinem weißen Pferd erwartet. Seine „Ankunft“ bedeutete traditionell den Winteranfang und das Ende der Arbeit auf dem Feld. Wussten Sie aber auch, dass es immer ein sehr fröhlicher und lebensfreudiger Feiertag war, dank dem das Sprichwort „Zum heiligen Martin raucht es aus dem Kamin“ entstand? Einer alten Volksweisheit zufolge muss sogar jeder, der keine St.-Martins-Gans gegessen hat das ganze nächste Jahr über Hunger leiden!
Die Gans war die Hauptspeise beim Martinstisch – neben dem Bratenfleisch wurden „Kaldoun“ (Eine Suppe aus Gekröse) oder die bekannte Gansleber serviert. Das Bratenfleisch wurde und wird hierzulande meist mit Kümmel und Kraut gekocht. In der altböhmischen Küche wurde die Gans auch mit Äpfeln gefüllt und dekoriert – genau wie in unserem Rezept.
Der St. Martin ist gleichzeitig der Feiertag der Weinbauern, da mit diesem Tag die Weinlese endet und der erste neue Wein langsam gereift ist. Nach alter Tradition wird am 11. 11. um 11 Uhr der erste neue Wein geöffnet. Mährische und böhmische Winzer haben diese Tradition neu gestaltet: sie verbinden heute gerne große Festessen mit einer Degustation von neuem Wein. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass neuer Wein wunderbar zur gebackenen Gans passt, der höhere Säuregehalt unterstützt nämlich die Verdauung. 

Schweinshaxe gebacken auf Schwarzbier

Das tschechische Bier gehört zu den bekanntesten Bieren der Welt und ist als geographische Herkunftsbezeichnung von der EU geschützt. Nur Biere, die in einer Brauerei in Tschechien aus genau vorgeschriebenen Zutaten, mit bestimmten untergärigen typischen Hefesorten mit für tschechisches Bier typischen Technologien hergestellt wurden, dürfen diese Bezeichnung tragen. Gerade untergärige Hefe ist ein Markenzeichen des tschechischen Bieres. Dank dieser hat das Bier nämlich eine sattere Farbe, einen volleren Geschmack und eine länger anhaltende Bitterkeit. 
Als Wiege des Bieres wird Mesopotamien betrachtet, auch die Sumerer, Babylonier und alten Ägypter brauten den goldenen Trunk. Sogar auf unserem Gebiet wurde Bier bereits seit den Zeiten keltischer Boier und den Slawen des legendären Urvaters Tschech hergestellt.  Dank der Malzgilde, welche neben der Qualität des Bieres auch kontrollierte, wer es braut, war das tschechische Bier bereits im Mittelalter sehr hochwertig. Gerade bei uns in Brno wurde die erste Brauereischule Europas vom tschechischen Bierbrauer F. O. Poupě gegründet.
Für das heutige Bier ist allerdings das Jahr 1842 das wichtigste, da es dem Bierbrauer Josef Groll in der neu eröffneten Stadtbrauerei Pilsen (dem heutigen Prazdroj) gelungen ist ein wirklich einzigartiges Bier zu brauen – eben mit untergäriger Hefe. Schon ein halbes Jahr später entstand das erste Bierlokal in Prag, wo nur dieses Pilsner Bier ausgeschenkt wurde: U Pinkasů. Die Tradition dieser Kneipe mit bestem tschechischem Bier hält bis heute an. Nur die Tradition der Hopfenlese als Ferienarbeit im August ist praktisch verloren gegangen...
Man könnte sich mit den Bayern um die Schweinshaxe streiten. Sie servieren ihr typisch bayrisches Gericht mit Kraut und Knödeln oder Kartoffeln. Im Gegensatz zu uns Tschechen trinken sie jedoch nicht das beste Bier der Welt dazu! Egal ob sie die Schweinshaxe zu Hause oder in einer gemütlichen Kneipe essen, Bier gehört auf jeden Fall dazu. 

Fruchtkolatsch mit Mandelstreusel

Würde man einen Wettbewerb um das häufigste gebackene Dessert in tschechischen Haushalten veranstalten, würde mit Sicherheit der Fruchtkolatsch mit Streusel gewinnen, insbesondere im Sommer! Mancherorts nennt man ihn Kolatsch und backt ihn schön rund, anderswo nennt man ihn Lívanec (kleiner Pfannkuchen) oder Buchtel und backt ihn auf einem großen Blech. Mit Pflaumen, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pfirsichen, Erdbeeren oder Himbeeren,…Es gibt so viele Namen und Varianten, aber das Ergebnis ist immer eine der leckersten Möglichkeiten um restliche Früchte zu verarbeiten. 
In Restaurants wurden die traditionellen tschechischen Kolatsche von Eisbechern, Tiramisu und Schokotorten verdrängt. Sollten Sie also im Sommer nach einem Sonntagsessen Lust auf eben diese fruchtige Nachspeise haben, werden Sie in Ihrer Umgebung fleißig suchen müssen. Aber dank unserer Webseite geht es jetzt einfacher – Sie werden auch ohne langes Warten am Herd Kolatsche genießen können. 
Der Mandelstreusel ist eine Spezialität aus dem Riesengebirge und passt am besten zu Heidelbeeren, Pflaumen, aber auch zu einfachem Mohn. 

Saure Riesengebirgssuppe („Kyselo“)

Die schnelle Zubereitung, der würzige saure Geschmack und der Vitaminreichtum sind typisch für diese Königin der Suppen aus dem Riesengebirge. Wie weit sie verbreitet war lässt uns diese alte Redewendung erkennen: Mit Kyselo stand man auf, mit Kyselo ging man schlafen. Die Grundzutat sind, wie man im Tschechischen sagt, „mit Hacken geschossene Rebhühner“. Keine Angst, dass Sie die nicht bekommen – es handelt sich natürlich um Kartoffeln!

Hochzeitskolatsche

Mit Hochzeiten werden seit jeher viele Traditionen verbunden – die wohl am weitesten verbreitete bei uns ist das Backen von Hochzeitskolatschen. In den meisten Familien ist sie ein Privileg der Brautmutter, oft treffen sich dabei auch Großmütter und Freundinnen der Braut. Die Braut selber sollte jedoch nicht mithelfen, da man sagt, sie würde später in der Ehe Not leiden und weinerliche Kinder haben. 
Es gibt Kolatsche speziell als Geschenk zur Einladung, als Geschenk zur Verkündung an nicht eingeladene Gäste und als Gastgeschenk nach der Hochzeit. Eine Besonderheit sind Eckkolatsche – einer Tradition zufolge sind es jene, die an der Ecke des Backblechs gebacken werden, laut einer anderen Tradition haben sie die Form eines tschechischen Windbeutels und sind in jeder Ecke mit einer anderen Füllung versehen. Wer solch einen Kolatsch isst, wird innerhalb eines Jahres heiraten. In Mähren wurden winzige Kolatsche, aber auch so riesige gebacken, dass sie von zwei Männern getragen werden mussten. In der Subregion Doudleby wurden sie mehrstöckig serviert, im Chodenland mit einem Strauß aus Rosmarin in der Mitte...
 
Eine Selbstverständlichkeit sind drei Arten von Füllung, der Teig kann Butterteig, Hefeteig oder ein anderer sein. Die Kolatsche können gefüllt sein, mit Streusel, mit zwei Füllungen usw. Das wichtigste ist, mit den Zutaten nicht zu geizen und insbesondere viel Spaß beim Backen zu haben! 

Fasan auf Wein

Seit jeher haben sich im Herbst die Essgewohnheiten der Menschen verändert: es gab weniger frisches Obst und Gemüse, dafür nahmen deftige und nahrhafte Speisen zu. Beispielsweise dicke Suppen, eingelegtes Gemüse  und -  Wild. Insbesondere in reichen bürgerlichen Familien wurde gern Fleisch vom Wild gegessen. Das bekannte Kochbuch der Köchin M. D. Rettigová enthält daher viele Rezepte für die Zubereitung von Fasanen, Rebhühnern, wilden Enten und Auerhähnen sowie von Hasen- oder Rehfleisch. Nach der Entstehung der ersten Tschechoslowakischen Republik 1918 wurde die tschechische Küche von der französischen geprägt und „Dobromila“ wurde ersetzt durch die modernere Marie Janků-Sandtnerová. Letztere regte mit ihrem Kochbuch aus dem Jahre 1925 die tschechischen Hausfrauen zur Sparsamkeit an und wurde so beliebt, dass es bis heute über 70 Ausgaben gibt. Allerdings beinhaltet die Rezeptsammlung nur noch ein einziges Rezept zur Zubereitung von Fasan.

In der tschechischen Küche spielte Wild eine wichtige Rolle, da es dank der Wälder und Haine immer genug solches Fleisch gab. Es ist wirklich schade, dass heute beim Stichwort böhmische Küche die meisten Menschen eher an Saucen und Gulasch denken, anstatt an Wild. Dabei bekommt man heutzutage Wildfleisch das ganze Jahr über und nicht nur in ausgewählten Monaten im Jahr wie früher!

Gerade Fasane schmecken nicht nur besonders gut, sondern das Fleisch verfügt über eine für die menschliche Ernährung sehr günstige Zusammensetzung. Fasanenfleisch enthält nämlich nur wenig Fett und dafür viele Antioxidantien. Und da Fasane ihr ganzes Leben im Wald und auf Feldern verbringen, handelt es sich ja eigentlich um Bio-Fleisch!
 

Selchfleischknödel aus Kartoffelteig

In diesem beliebten tschechischen Gericht finden Sie alles, was die traditionelle tschechische Küche ausmacht. Schweinefleisch mit Sauerkraut und Knödeln ist zum Beispiel ein typisch tschechisches Gericht. Und all diese Zutaten beinhaltet auch dieses hier vorgestellte Gericht. Doch auch von dieser Speise gibt es in Tschechien zahlreiche Variationen. In manchen Regionen werden der Füllung Zwiebeln hinzugefügt, in anderen Landesteilen bereitet man wiederum die Kartoffelknödel ohne Füllung zu und übergießt sie stattdessen mit klein geschnittenen Selchfleisch-Stückchen, Butter und Zwiebeln, die zuvor gemeinsam auf einer reichlichen Menge an Schmalz gegart worden sind. Die beliebteste Zutat zu gefüllten Knödeln ist gedämpftes Kraut oder Sauerkraut. Zu dieser kleinen Kalorienbombe trinkt sich am besten ein gut gekühltes Bier.
 

Chodenländische Kolatschen

Riesengebirgs-Suppe Kulajda mit pochierten Eiern

Die Tschechen sind eine Nation von Pilzesammlern. Im Gegensatz zu den Nachbarländern kann man hier so viele Pilze in den Wäldern sammeln wie man findet. Und da Pilzgerichte in Tschechien eine lange Tradition haben, können die meisten Tschechen zumindest die wichtigsten essbaren Pilze erkennen und viele tolle Gerichte aus ihnen kochen. Kulajda wird in verschiedenen Versionen vom Böhmerwald bis ins Riesengebirge, aber auch in Mittelmähren und im Altvatergebirge gekocht. Dort werden die Kartoffeln meist getrennt gekocht und erst auf dem Teller mit der Suppe vermischt. Nicht nur in den einzelnen Region, sondern in jeder Familie wird Kulajda etwas anders gekocht. Manche mögen sie eher sahnig und süß, andere lieber richtig schön sauer. Wenn es genügend Pilze gibt, können auch Sie experimentieren. Im September erreicht die Pilzsaison ihren Höhepunkt!

Ein besonderer Vorteil dieser Suppe ist, dass sie sowohl im Sommer aus frischen Pilzen, als auch im Winter aus getrockneten Pilzen wunderbar schmeckt.
 

Erdbeer-Quarkknödel

Eine große Auswahl an Süßspeisen ist typisch für die tschechische Küche – wobei sie nicht nur als Dessert, sondern gerne auch als Hauptspeise gegessen werden.
Z. B. Žemlovka (Apfel-Quark-Auflauf), Liwanzen (kleine, dicke Pfannkuchen), Plinsen und insbesondere Obstknödel. Während süße Knödel für Fremde nichts allzu Besonderes sind, erinnern diese Tschechen an ihr heiß geliebtes Gericht aus der Kindheit. Dabei gibt es in Tschechien eine große Auswahl an Obstknödeln. Zu Pflaumen passt am besten Kartoffelteig, zu Aprikosen Brandteig, zu Heidelbeeren Hefeteig und zu Erdbeeren…natürlich Quarkteig!

Im Mai beginnt die Erdbeersaison und dauert bis in den Juni. Die Gewächshauserdbeeren, die man das ganze Jahr über kaufen kann und die weder Geschmack noch Geruch haben, sind mit den sonnengereiften Erdbeeren aus dem eigenen Garten oder von den Feldern nicht zu vergleichen. Sie schmecken und duften ganz anders. Am besten steht ihnen eine einfache und kurze Zubereitung, so wie in unserem Rezept.  Kochen Sie die Knödel nicht unnötig lange, damit die Erdbeeren fest und saftig bleiben.

 

Bramborák - Kartoffelpuffer wie man ihn nicht kennt

Wenn man Kartoffelpuffer sagt, dann kommen bei vielen Erinnerungen an die Kindheit hoch, umhüllt vom süßen Duft von Apfelmus und Zimt. Nicht so bei denjenigen, die schon mal in Tschechien waren, denn der tschechische Kartoffelpuffer duftet nach Majoran und Knoblauch und wird als herzhafte Speise auf verschiedene Arten und Weisen geliebt! Manch einer kennt ihn aus der Schulkantine mit Sauerkraut, manchmal kommen Speck oder Schmalzgrieben hinein, manchmal wird er als Hauptspeise, gefüllt mit Fleischgeschnetzeltem, serviert, manchmal ersetzt er Kartoffeln oder Knödel als Beilage.
Die beliebteste Variante ist das Grundrezept wie folgt:
Herzhafter Bramborák (Kartoffelpuffer) 
 

Spargel mal anders

Bald gucken die kleinen Spargelköpfe aus der Erde heraus. Die sanfte, grüne Delikatesse ist der Menschheit seit mehr als 2.500 Jahren bekannt. Die alten Chinesen und Perser haben ihn als Heilpflanze verwendet, selbst Hippokrates schwärmte von seinen Wunderwirkungen. Das erste Spargelrezept kommt aus der Zeit um die Geburt Christi vom antiken Feinschmecker Apicius. Der Spargel wurde zum Gemüse der Könige – beginnend mit dem französischen König Franz I. bis zum Sonnenkönig Ludwig XIV., der Spargel täglich auf der Speisekarte verlangte. Der Spargelanbau verbreitete sich um 1750 in ganz Europa. Im Großen haben den Spargel Niederländer, Franzosen, Deutsche, aber auch Tschechen angebaut. Der bekannteste tschechische Spargel kam aus der Region um Ivančice in Mähren. Bis in die 50-er Jahre des 20. Jh. wurde der Spargel aus Ivančice für den besten in ganz Europa gehalten, man lieferte ihn auch auf die kaiserliche Tafel nach Wien und sein Ruhm übertraf auch das Pilsner Bier. Kein Wunder, dass in Tschechien viele Spargelrezepte entstanden sind. Gekochten Spargel kennt jeder, aber haben Sie mal schon panierten Spargel gegessen?
 

Forelle nach Böhmerwald-Art (Pstruh po šumavsku)

Frische Forellen sind immer eine Delikatesse, ob einfach in einer Pfanne mit Butter geröstet oder im Sommer gegrillt. Tschechien ist reich an Bächen und Flüssen, daher ist die Forelle hier schon seit jeher der Lieblingsfisch. Darüber hinaus hat jede Region ihre eigenen regionalen Fischspezialitäten, in Südböhmen können Sie zum Beispiel Karpfen- oder Zanderspezialitäten genießen. Der Böhmerwald, der reich an tiefen Wäldern ist, in denen viele Arten von Pilzen wachsen, ist auch für eine seiner regionalen Spezialitäten bekannt - köstliche Forelle mit Pilzen gefüllt.
 

Lendenbraten auf Sahnesauce (Svíčková)

Woran denken Sie beim Stichwort „typisch tschechisches Essen“? Zartes Rindfleisch, das durch dünne Specknudeln gespickt ist, weiche Semmelknödel und eine cremige Sauce mit vollem Geschmack des Wurzelgemüses. Dieses tschechische Nationalgericht mit dem seltsamen Namen „Svíčková auf Sahne“ (Lendenbraten) steht auf fast jeder Speisekarte in tschechischen Restaurants. Wie kam eigentlich "Svíčková" zu seinem Namen? Am plausibelsten ist die Version, welche einige Jahrhunderte zurückreicht: Die Vertreter dieser Variante gehen davon aus, dass das Fleisch nicht nur mit Speck gespickt, sondern auch in eine Essigmarinade aus Gemüse eingelegt wurde, damit das Fleisch zart und geschmackvoll bleibt. Der eingelegte Lendenbraten, den einst die Meisterfrau für die Handwerker gekocht hat, wurde im kalten Keller gelagert und regelmäßig bei Kerzenschein gewendet. Da das Gericht auch in der Dunkelheit bei Kerzenschein gegessen wurde, benannten sie die Sauce „Svíčková“ (das tschechische Wort kann sowohl auf Lendenbraten als auch auf Kerzenschein zurückgehen).
Es gibt viele verschiedene Rezepte, um einen traditionell gespickten Lendenbraten zu kochen. In zertifizierten Restaurants mit dem Logo „CzechSpecials“ finden Sie garantiert echten Lendenbraten!
Falls Sie Ihre eigene Kochkreation von Svíčková zu Hause probieren möchten, lassen Sie sich gerne hier inspirieren:
 

Frühlingskaninchen

Im Frühling gehören sowohl junge, grüne Kräuter als auch Fleisch von Jungtieren auf die Speisekarte. Neben Lamm- und Zickleinfleisch sollten Sie auch Kaninchenfleisch probieren. Schon bei den alten Römern wurden Kaninchen gezüchtet und gegessen, in Böhmen hat man mit der Zucht erst nach den Napoleonischen Kriegen angefangen.

Es sprechen gleich mehrere positive Aspekte für den Konsum des Kaninchenfleisches, unter anderem der niedrige Energiewert, der hohe Gehalt an Vitamin B12 und B6, Magnesium und Eisen. Kaninchen gehörte traditionell zu den Fastenmahlzeiten und in Krisenzeiten war es die einzige Fleischquelle. Daher gibt es in der tschechischen Küche unzählige Zubereitungsweisen. Eine verlockende Spezialität aus der Umgebung von Prag ist Kaninchen mit Kartoffelomelett und Rotkohl.
 

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